Das Frauenhaus

Als erstes Bonner Frauenhaus wurde das autonome Frauenhaus am 1. März 1979 eröffnet.

Nach einer Woche war das Frauenhaus bereits überfüllt.

Der Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“ hatte sich schon 1977 aus der autonomen Frauenbewegung heraus gegründet. Zunächst brachten die Vereinsfrauen misshandelte Frauen und ihre Kinder in ihren Privatwohnungen unter. Sehr schnell zeigte sich jedoch, dass der Platz nicht reichte und auch in Bonn Frauenhäuser notwendig waren.

Zum Ende der 1970iger Jahre waren manche Politiker und die Stadtverwaltung noch der Meinung, aufgrund der Bevölkerungsstruktur in Bonn seien hier  Frauenhäuser überflüssig. Doch inzwischen hat hier – sicher auch durch die konkreten Zahlen – ein Bewusstseinswandel stattgefunden, so dass heute in der Öffentlichkeit die Notwendigkeit der Frauenhäuser nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt wird.

Nach dem  Umzug 1985 in ein größeres Haus gibt es nun im autonomen Frauenhaus 20 Plätze für Frauen und ihre Kinder. Wenn kurzfristig Frauen einen Platz brauchen, können  Notbetten aufgestellt werden.

Vom März 1979 bis November 2008 lebten insgesamt 2750 Frauen und 2140 Kinder im autonomen Frauenhaus in Bonn.

Das autonome Frauenhaus ist seit seiner Eröffnung 1979 durchgehend voll belegt bis überfüllt. So liegt die Belegungsquote seit Jahren regelmäßig zwischen 97 % und 104 %.

Täglich rufen durchschnittlich 2 – 3 Frauen an, die einen Platz im Frauenhaus suchen und die wegen Überfüllung an andere Frauenhäuser weitervermittelt werden müssen. Dazu kommen die MitarbeiterInnen von Ämtern, Beratungsstellen, Krankenhäusern und Polizeidienststellen, die Plätze für Frauen suchen, die sich in ihrer Not an sie gewandt haben.

Das Frauenhaus steht  Tag und Nacht Frauen und ihren Kindern offen, wenn sie von ihren Ehemännern, Partnern oder Vätern körperlich oder seelisch misshandelt werden. Es bietet eine vorübergehende Wohnmöglichkeit, ferner die Unterstützung von Frauen in einer ähnlichen Lebenssituation und einen männerfreien Raum, um über die weitere Lebensperspektive in Ruhe nachdenken zu können.

Ein autonomes Frauenhaus ist kein Heim.

Die Frauen versorgen sich selbst und entscheiden eigenverantwortlich über ihr weiteres Leben. Bei den Mitarbeiterinnen können sie sich Beratung und praktische Unterstützung holen.